Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen. Für Lehrkräfte

Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen. Für Lehrkräfte

Lehrkräfte von Deutsch- und Integrationskursen sind im Unterricht insbesondere bei geflüchteten Teilnehmern und Teilnehmerinnen mit Auswirkungen von Traumatisierungen konfrontiert. Sie sind damit vor die Frage gestellt, wie sie einen „trauma-sensiblen“ Unterricht gestalten, und die Betroffenen durch den Stress von Prüfungen erfolgreich begleiten können. Gleichzeitig sind sie gefordert, die Gruppe zusammenzuhalten und das Curriculum durchzuführen.

Die Fortbildung liefert Hintergrundwissen und vermittelt individuelle Handlungsstrategien sowie pädagogische Anregungen für den Bildungs- und Gruppenkontext.

Für die Kurse ist eine individuelle Förderung bis vorläufig November 2017 durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (bamf) entsprechend der öffentlichen Bekanntmachung im September 2016 zugesichert. Unterlagen zum Verfahren werden bei Interesse zugesandt.

Orte und Termine

Referentin: Polina Hilsenbeck, Dipl. Psych., Psychologische Psychotherapeutin
Termine:     15.10 und 12.11.2017
Ort:              FTZ München, Güllstraße 3
Zeit:             Sonntag 10:00- 18:00 Uhr
Kosten:        250 Euro, eine Förderung durch das Ministerium für Migration und Flüchtlinge ist   möglich.

Anmeldung für das Seminar:
Sabine Conrad
fortbildung@ftz-muenchen.de, Tel. 089 747370-37, Fax: 089 747370-39.
Hier ist das Anmeldeformular, das Sie uns ausgefüllt mailen oder faxen können.

Inhalte

* Theoretische Grundlagen:
o Traumatisierungsarten und Auswirkungen, langfristige Traumafolgen
o Fluchtgründe und –erfahrungen
o Traumabewältigung und Resilienzfaktoren, Ressourcen von Geflüchteten

* Integration:
o Voraussetzungen in der Person und in der Gesellschaft, Umgehen mit Vorurteilen
o Strukturen, Hindernisse, Wege, Erfolgsgeschichten
o Kulturelle Begegnung und Integration
o Berufliche Integration

* Erkennen von und Umgang mit Traumatisierungen und Traumafolgen:
o Allgemeine Merkmale, nicht sichtbare Folgen
o Grundsätze für den Umgang mit Traumafolgen
o Integrations- und Bewältigungs-Phasen
o spezifisch im Setting von Deutsch- und Integrationskursen,
o Geschlechts- und Kulturdifferenzierung
o Aggression und Gewaltptävention
o Ressourcen erkennen

* Traumasensibler Unterricht:
o Gestaltung, Sicherheit und sicherer Raum, Struktur, Methodik
o Stabilisierende Hilfen für die Teilnehmenden anleiten lernen
o Ressourcen fördern lernen (kognitive, soziale)
o Differenzierung zwischen traumasensiblem Unterricht, Traumaberatung, Therapie
o Was Lehrkräfte vermeiden sollten und warum; Risiken erkennen und bei Krisen adäquat handeln lernen; Krisennetzwerke
o Zusammenarbeit mit Sozialberatung
o Sozialdienst: Beratung und Krisenberatung mit Dolmetschdienst, Überleiten in Traumatherapie, Hilfesysteme, Stabilisierung in der Wartezeit auf Behandlung

* Austausch und Reflexion:
o Erfolge in Unterricht und Kursleitung, neue Herausforderungen
o Was war neu – was nehme ich mit – was fehlt
o Entwickeln von Vorhaben
o Auswertung der Vorhaben und Projekte, Weiterentwicklung (Teil II)
o Selbstfürsorge und Stressbewältigung für die Lehrkräfte selbst.

Qualitätsstandards

* Verbindung von Theorie und Praxis
* methodische und praktische Übungen
* Fall- und Konzeptarbeit
* Selbstreflektion und Selbsterfahrung
* Orientierung an den Aufgaben und Strukturen, in denen jede/r Teilnehmende arbeitet
* Projektcharakter bei mehrteiligen Seminaren; Auswertung der Umsetzung.

 

Die Fortbildung wird auf Anfrage bayernweit bei Trägern von Deutsch- und Integrationskursen durchgeführt. Die Gewichtung der Inhalte orientiert sich an den Vorgaben des bamf. Je nach Intensität und Zeitraum, sowie Trägerspezifika, können die Schwerpunkte gesetzt und gemeinsam mit den Auftraggebern gewichtet werden. Die Fortbildungsveranstaltungen umfassen mindestens 12 UE, können und sollten zur nachhaltigen Implementierung des Gelernten an mindestens zwei unterschiedlichen Terminen stattfinden. Die Mindestteilnehmerzahl liegt bei 8, die maximale bei 16 Personen. Für Inhouseschulungen in Ihren Räumen berechnen wir 1.000.- pro Tag, zusätzlich die Fahrtkosten (50% DB). Bitte wenden Sie sich bei Interesse an: Polina Hilsenbeck, fortbildung.leitung@ftz-muenchen.de, Tel: 0171/ 1844762.